Release-Party Sam McLain - Therapien

8. Januar 2021

Wenn man dann schon an dem Punkt angelangt ist, dass man Panikattacken bekommt, Wunsch auf Selbstverletzung, Wahnvorstellungen oder Suizidgedanken bekommt, dann ist man an dem Punkt angekommen, dass man sich helfen lassen muss. Wenn man noch selbst merkt, es stimmt etwas nicht, ist es sicher immer besser, wenn man sich freiwillig und auf eigenen Wunsch helfen lässt, wen dies jedoch nicht mehr möglich ist, sollten Verwandte oder Bekannte so weit sein, dass sie nicht wegsehen sondern darauf achten, dass die psychisch kranke Person Hilfe bekommt. Leider ist es in unserer Gesellschaft noch immer so, dass man diese Person eher als verrückt abstempelt und ihr nicht wirklich hilft, doch das ist genau die falsche Reaktion. Man muss für diese Person da sein, ihr helfen und dafür sorgen, dass sie auf eine ihr Problem abgestimmte Therapie erhält.

Hier möchte ich gerne näher auf Therapiemöglichkeiten eingehen:

Medikamentöse Behandlung (Psychopharmaka)
Bei einigen psychischen Erkrankungen konnten Störungen des Hirnstoffwechsels festgestellt werden. Ist dies der Fall, können Medikamente (sogenannte Psychopharmaka) zum Einsatz kommen, die mehr oder weniger gezielt in den Hirnstoffwechsel eingreifen. Vereinfacht dargestellt gleichen Psychopharmaka ein bestehendes Ungleichgewicht, einen Mangel oder einen Überfluss an Botenstoffen im Gehirn aus. Einige Psychopharmaka haben eine direkte Wirkung wie zum Beispiel Beruhigungsmittel. Bei manchen Psychopharmaka ist die Wirkung erst nach einer gewissen Verzögerung für den Patienten spürbar, da längerfristige Veränderungen im Hirnstoffwechsel nur langsam eintreten.
Bei Medikamenten kann es neben den erwünschten Wirkungen auch zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Der behandelnde Arzt klärt den Patienten in einem Gespräch darüber auf, so dass beide gemeinsam Risiko und Nutzen abwägen können. In der Regel treten schwere Nebenwirkungen eher selten auf bzw. schwächen im Verlauf der Behandlung ab. Da aber Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten können, sollten Patienten stets Rücksprache mit ihrem Arzt halten, bevor sie ein weiteres Medikament – auch frei verkäufliche – einnehmen.


Psychotherapie
Psychotherapie bedeutet wörtlich übersetzt „Behandlung der Seele“. Das Ziel einer Psychotherapie ist es, psychische Erkrankungen festzustellen und zu heilen oder zu lindern. Psychotherapie darf nur von Psychologischen Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendpsychotherapeuten oder Fachärzten durchgeführt werden.
Es gibt ambulante, tagesklinische oder stationäre Psychotherapie. Zusätzlich kann in besonderen Fällen und unter bestimmten Bedingungen Psychotherapie auch per Videobehandlung angeboten werden. Eine Psychotherapie kann in Gruppen-, Einzelsitzungen oder in einer Kombination aus beidem stattfinden. Außerdem gibt es unterschiedliche Verfahren in der Psychotherapie. Diese unterscheiden sich in der Grundhaltung des Psychotherapeuten, in ihrem Therapiekonzept und darin, wie sie die Entstehung von psychischen Erkrankungen erklären.

Für vier dieser Verfahren übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten:
• Kognitive Verhaltenstherapie
• Psychoanalytische Therapie
• Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
• Systemische (Familien-)Therapie

Es gibt noch ein weiteres Verfahren, das für einige Erkrankungen als wirksam gilt, allerdings werden die Kosten nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

• Gesprächspsychotherapie

Kognitive Verhaltenstherapie
Verhaltenstherapeuten verstehen unter „Verhalten“ nicht nur von außen sichtbare Handlungen, sondern auch Gedanken, Gefühle und körperliche Vorgänge. Sie gehen davon aus, dass Verhalten in großen Teilen erlernt wird. Das bedeutet, dass Menschen belastende Denk- und Verhaltensmuster "verlernen" und hilfreiche neue Muster erlernen können.

In einer Verhaltenstherapie wird der Patient dabei unterstützt, seine Schwierigkeiten zu verstehen und zu bewältigen. In diesem Sinne ist die Verhaltenstherapie eine Hilfe zur Selbsthilfe. Patient und Therapeut schauen sich gemeinsam konkrete Problemsituationen an, in denen der Patient z. B. gern anders reagiert oder sich anders gefühlt hätte. Anhand von solchen Ausschnitten soll verständlich werden, warum sich der Patient genauso verhält. In diese Überlegungen werden auch die Lebensgeschichte und aktuellen Lebensumstände des Patienten einbezogen. Es werden Lösungsmöglichkeiten erarbeitet und im nächsten Schritt ausprobiert. Der Patient überprüft dann in seinem Alltag, wie hilfreich die Lösungsstrategien sind, und bringt seine Erfahrungen wieder in die Therapie ein. So arbeiten Patient und Therapeut auf Augenhöhe zusammen. Oft werden problematische Verhaltensweisen hinterfragt und neue ausprobiert. Weitere Elemente der Verhaltenstherapie sind Psychoedukation, Konfrontation mit befürchteten Situationen, auch außerhalb des Therapieraums und das gezielte Training von Fertigkeiten und Kompetenzen.
Therapeut und Patient sitzen sich in der Verhaltenstherapie gegenüber. Die Sitzungen finden meist einmal wöchentlich statt.


Psychoanalytische Therapie
In der Psychoanalyse steht das sogenannte „Unbewusste“ im Vordergrund. Bei dieser Therapierichtung wird davon ausgegangen, dass unbewusste Konflikte und Erlebnisse in der Vergangenheit psychische Erkrankungen mit verursachen und aufrechterhalten. Die unbewussten Konflikte bestimmen das Bild, das ein Mensch von sich und anderen hat, seine Beziehungen, seine Gefühle, Gedanken und Handlungen.

Der Therapeut unterstützt den Patienten dabei, diese unbewussten Konflikte und deren Auswirkungen auf die Gegenwart sichtbar zu machen. Sie sollen im Hier und Jetzt wieder lebendig werden, so dass der Patient diese gemeinsam mit dem Therapeut verstehen und bearbeiten kann.
Dabei liegt der Patient auf einem Sofa und hat keinen Blickkontakt mit dem Therapeuten. Das hat den Vorteil, dass sich der Patient voll und ganz auf seine Gedanken, Gefühle und inneren Bilder konzentrieren kann. Die analytische Psychotherapie findet in der Regel als Langzeittherapie mit Sitzungen mehrmals pro Woche statt.

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Die tiefenpsychologische Therapie hat ihren Ursprung in der Psychoanalyse, die Therapieformen unterscheiden sich jedoch in ihrer Dauer, im Therapiekonzept und Therapieziel.

Die Therapie legt den Schwerpunkt auf diejenigen psychischen Grundkonflikte, die aktuell wirksam sind. Indem frühere Erlebnisse und Verhaltensmuster besprochen werden, soll der Patient seine aktuellen Probleme verstehen. Außerdem unterstützt der Therapeut den Patienten darin, vorhandene aber unbewusste Fähigkeiten zu aktivieren, um damit die aktuellen Probleme zu lösen. Im Gegensatz zur psychoanalytischen Therapie sollen sogenannte „regressive Prozesse“ hier eingegrenzt werden.
Bei dieser Therapieform sitzen sich Therapeut und Patient gegenüber. Bei der tiefenpsychologischen Therapie finden die Sitzungen meist einmal wöchentlich statt.


Gesprächspsychotherapie
Die Gesprächspsychotherapie geht davon aus, dass jeder Mensch die Fähigkeit zur Selbstheilung, zur Problemlösung und zum persönlichen Wachstum besitzt. Der Betroffene ist der „Experte seiner Selbst“.

Der Entwicklungs- und Heilungsprozess wird bei der Gesprächspsychotherapie dadurch unterstützt, dass der Therapeut sich in die Gedanken- und Gefühlswelt des Betroffen hinein fühlt und dem Patienten – ohne diesen dabei zu bewerten – eine Rückmeldung gibt, was er selbst dabei erlebt hat. Der Therapeut lässt dem Patienten genügend Raum, gibt ihm keine Themen vor, bietet ihm keine Ratschläge oder Deutungen an. Stattdessen werden immer wieder Gefühle besprochen, die aktuell in der Situation entstehen. Der Therapeut verhält sich gegenüber dem Patienten offen und ehrlich und nimmt diesen bedingungslos an. Im Laufe der Therapie soll der Patient lernen, sich selbst zu verstehen und anzunehmen.

Systemische (Familien-)Therapie

Die Systemische Familientherapie bezieht bei der Betrachtung einer psychischen Erkrankung die Beziehungen zwischen den Mitgliedern einer Familie ein. Das Problem oder die Erkrankung, aber auch die Stärken werden nicht nur beim Einzelnen gesehen, sondern im gesamten „System“, also in der Familie oder auch im Kollegenkreis. Systemische Behandlung kann als Familientherapie, aber auch als Paartherapie oder Einzeltherapie durchgeführt werden.
In der systemischen Familientherapie soll die Eigenständigkeit und der Selbstwert jedes einzelnen Familienmitglieds gestärkt, die Verständigung und der Austausch zwischen den Familienmitgliedern verbessert und schädigende Beziehungsmuster erkannt und verändert werden.



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