Das Palais muss brennen

24. November 2020

*Rezensionsexemplar
Autor: Mercedes Spannagel
Originaltitel: Das Palais muss brennen
Erschienen am: 10. September 2020
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Seitenzahl: 192
Preis: € 14,99 (eBook) & € 18,00 (Print)

Abgründig, rasant und mit bitterbösem Sprachwitz erzählt Mercedes Spannagel in ihrem Debütroman von der korrupten rechten Elite, die von ihrer rebellischen Brut zu Fall gebracht wird. Luise ist die Tochter der rechtskonservativen Bundespräsidentin Österreichs. Als diese sich ihren neunten Windhund zulegt, holt Luise einen Mops ins Palais, den sie Marx nennt. Die Waffen der präsidialen Jagdgesellschaft schmeißt sie in den Pool, das Teezimmer tapeziert sie mit Artikeln über die Verbrechen der chinesischen Regierung und als ihre Mutter sie mit einem Burschenschafter verkuppeln will, der ihr stolz den Schmiss über seiner Augenbraue zeigt, skandiert sie: »Mensur ist Menstruationsneid!«. Mit ihren Freunden streift Luise durch die Straßen Wiens und schmiedet Pläne, die Regierung zu stürzen. Eine Kunstaktion auf dem Opernball soll das Land verändern – doch es läuft nicht ganz so, wie sie es sich gedacht haben.

 
Erster Satz

Ich tauchte mit Marx in dem Café auf.

Letzter Satz

Und ich sagte: Party im Palais.

Meine Meinung

Luise ist die Tochter der rechtskonservativen Bundespräsidentin Österreichs und ein Rebell schlechthin. Nachdem sich ihre Mutter den neuen Windhund zulegt, holt sich Luise den Mops Marx ins Palais. Stets bemüht gegen alle Entscheidungen ihrer Mutter zu rebellieren, zieht sie mit ihren Freunden durch die Straßen Wiens und schmiedet Pläne, wie sie die Regierung zu Fall bekommen kann. Eine Kunstaktion am Opernball soll endlich schaffen, was sie schon lange planen, doch leider läuft alles nicht so ab wie sie es gewollt hatten und alles eskaliert.
Mich hat das Buch schon rein deswegen sehr interessiert, da es sich um eine Salzburger Fechterin handelt, mit der ich nicht nur das Fechten verbinde sondern in derem Fechtzentrum ich auch längere Zeit gefochten habe. Da auch in der Fechtszene, dieses Buch schon viral ging, habe ich mich sehr dafür interessiert und wollte es unbedingt lesen.
Der Schreibstil ist sehr interessant und ganz anders als die Bücher, die ich bisher gelesen habe. Am Anfang hat es zwar etwas gedauert bis ich rein kam, war aber schnell im Buch drinnen und ich muss sagen, es hat mir richtig gut gefallen.
Mercedes beschreibt das Leben zweier Kinder einer rechtskonservativen Bundespräsidenten und zeigt hier meiner Meinung sehr gut auf, wie sich Kinder fühlen müssen, die in so einem Mileu aufwachsen und gar nicht anders können, als sich den Idealen ihrer Mutter zu fügen. Im Grunde haben sie eigentlich gar keine andere Wahl und können sich gar keine andere Meinung bilden. Lu und ihre Schwester rebellieren gemeinsam mit ihren Freunden gegen ihre Mutter und versuchen alles, um sie zu Fall zu bekommen und das Land zu verändern. Je mehr sie sich gegen die Bundespräsidentin stellen, umso mehr schüren sie auch den Hass der Mutter gegen sich.
Mit Witz und Humor erzählt Mercedes die Geschichte, vor allem von Lu, und entführt den Leser in dieses neue Österreich.
Was ich auch ziemlich witzig fand in der Geschichte ist, dass Lu es nicht schafft, zu ihrer Mutter Mutter zu sagen, sondern immer nur von der Bundespräsidentin spricht.
Auch wenn mir Lu manchmal wie ein pubertierender Teenager vorkam und nicht wie eine Studentin, so hat mir das Buch sehr gefallen. Mit viel Witz, schwarzem Humor und frechen Aussagen. Für viele mögen vielleicht ein paar Aussagen ordinär gewirkt haben, trotzallem fand ich, dass es gut gepasst hat und da haben sicher schon viele ganz schlimmere Bücher gelesen und nicht so tragisch gefunden.
Ich finde, dass eine sehr gute Idee dahinter steckt und Mercedes diese auch sehr gut umgesetzt hat.

Fazit 

Ein richtig guter Debütroman von Mercedes Spannagel mit einer tollen Idee, die sehr gut umgesetzt wurde. Humorvoll, witzig und auf den Punkt gebracht. Auf jeden Fall ein Buch, das man weiterempfehlen kann.

Infos zum Autor 

Mercedes Spannagel, geboren 1995, studiert Maschinenbau in Wien. Sie wurde für ihre Texte mit dem Exil-Jugendliteraturpreis Wien (2014) und dem Rauriser Förderungspreis (2017) ausgezeichnet und gewann 2018 den FM4 Wortlaut Kurzgeschichtenwettbewerb. Sie veröffentlichte in zahlreichen Anthologien und Literaturzeitschriften, u.a. Mosaik, LICHTUNGEN, Volltext, BELLA triste. "Das Palais muss brennen" ist ihr erster Roman.

Bewertung


 
 
Das Palais muss brennen bekommt vier von fünf Eulen von mir.







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