Blogtour: Glücksspiel

26. Februar 2020


Heute macht die Blogtour zu "Glücksspiel" auf Tausend Leben Halt. Durch die Buchvorstellung und das Autoreninterview durftet ihr schon viel über das Buch und die Autorin erfahren. :) Heute möchte ich euch gerne mein Instrument vorstellen.

Steirische Harmonika:
Die Steirische Harmonika ist ein diatonisches, wechseltöniges Handzuginstrument mit Knopf-Tastatur.
Die „Steirische“ wird noch in der Volksmusik vor allem in Bayern, Österreich, Südtirol, Tschechien und Slowenien verwendet, aber auch in etlichen weiteren Ländern kann man dieses Instrument noch vorfinden. In vielen Ländern wird statt der steirischen jedoch das Akkordeon (Zuginstrument mit
Tasten) verwendet. Das Wort „steirisch“ hat nur wenig mit dem Land Steiermark zu tun. Diese Bauart des Akkordeons wurde in Wien erfunden. Der Unterschied zu anderen diatonischen Akkordeons besteht in der Verwendung der stark klingenden Helikonbässe und dem Gleichton. Durch den diatonischen Aufbau ist sie besonders geeignet, alpenländische Volksmusik zu spielen, diese Musik wurde in Wien „steirisch“ genannt als Synonym für ländliche Musik, und daher wurde das neue Instrument Steirische genannt.
Bezeichnungen für das Instrument gibt es sehr viele, hier kommt es einfach nur auf den jeweiligen Dialekt an. Gebräuchliche Bezeichnungen für die Steirische sind jedoch: Steirische, Ziehharmonika, Knöpferlharmonika, Harmonika, Harmonie, Zugorgel, im Dialekt Ziach, Ziacha, Ziachharmonie, Ziachorgel, Zugin und Quetschn, scherzhaft auch Faltenradio, Wanznpress, Zerrwanst oder Heimatluftkompressor.
In meiner Heimat wird sie hauptsächlich „Zugin“ genannt.
Gebaut werden Instrumente mit drei, oft vier, selten fünf, ausnahmsweise sechs Reihen, wobei jede Diskant-Reihe eine Tonart bedeutet. Im Zudruck erklingen die Dreiklangstöne der jeweiligen Tonart, (Dur-Dreiklang der Tonika,) im Aufzug erklingen die dazwischen liegenden Töne. Da der fünfte Ton der Tonleiter sowohl in der Tonika als auch in der Dominante vorkommt, ist wegen der leichteren Spielbarkeit dieser Ton in mittlerer Lage sowohl in Zug als auch in Druck eingebaut, wird also mit demselben Knopf gespielt, mit Ausnahme der äußeren Reihe. Diese in den folgenden Reihen je einmal vorhandene Taste wird „Gleichton“ genannt. In der Melodie vorkommende Töne, die nicht in dieses Schema passen, werden in den anderen Reihen gedrückt. Durch diese Bauweise ist bei dazu passenden (alpenländischen) Melodien eine äußerst flüssige Spielweise möglich. Instrumente mit drei Reihen wären für Volksmusik ausreichend, sind auch leichter zu erlernen. Häufiger werden jedoch vierreihige Instrumente hergestellt, da die Spieltechnik für viele Griffe einheitlicher ist. Durch die zusätzliche vierte Reihe, kommt ein hoher Ton pro Tonart und ein Halbton pro Oktave hinzu. Für jede Reihe im Diskant gibt es auf der äußeren Reihe der Bassseite einen Bassknopf und einen Akkordknopf, ebenfalls wechseltönig. Auf Druck erklingt die Tonika, auf Zug die Dominante.

Aufgrund der diatonischen Bauweise ist es zumindest für den Anfänger schwierig, nach Noten zu spielen. Der Verlag Helbling ließ darum 1916 eine Tabulatur für die zweireihige diatonische Harmonika patentieren. Max Rosenzopf, ein Musiklehrer aus Bärnbach in der Steiermark, hat dieses ältere System für die drei- und vierreihige Harmonika adaptiert, Griffschrift genannt, und 1975 im Verlag Preissler ein erstes Schulwerk nach diesem System herausgegeben, das bis 1996 18 Auflagen erreichte. Seither hat sich dieses Griffschriftsystem durchgesetzt, so dass sich kaum ein Harmonikaspieler mehr vorstellen kann, nach normalen Noten zu spielen. Durch das leichtere Erlernen hat seither die Verbreitung der Steirischen Harmonika wieder stark zugenommen.

Meine Wahl:

Ich weiß nicht, ob sich diese Einstellung inzwischen geändert hat, aber zu meiner Jugend war es noch ziemlich „Out“ und eher eine „Alterserscheinung“, wenn man Volksmusik mochte und das sogar in unserem Raum, obwohl es hier eigentlich zum Brauchtum dazugehörte. Und früher haben sich sehr viele gefragt, wie ich so eine Musik mögen kann. Ja ich hab damit schon immer aus der Reihe getanzt, aber es war mir egal, und ich blieb meiner Leidenschaft treu.
Immer wieder wollte ich gerne wie meine Idole Harmonika spielen und habe lange dafür gekämpft. Mit 16 Jahren durfte ich dann einmal mit einem Kurs hinein schnuppern, ob es mir tatsächlich so gefällt, wie ich mir vorgestellt habe. Und was soll ich sagen? Ja, es hat mir wirklich so gefallen und genau deswegen bin ich der Steirischen treu geblieben.
Schon als kleines Kind, als mein Opa noch am Leben war, hab ich mit ihm gerne diverse Volksmusiksendungen angesehen. Er liebte diese Sendungen genauso wie ich. Für mich war es einfach immer ein Stückchen Heimat und etwas, was zu uns dazugehört, auch wenn es nicht jeder in meinem Alter so gesehen hat.
Inzwischen ist es natürlich auch ein bisschen ein Erbe für meinen Opa geworden. Meine Oma und ich haben nach seinem Tod noch lange die ganzen Sendungen geguckt, die er so geliebt hat und auch wenn ich es jetzt nicht mehr schaue, ich denke noch gerne an die Zeit zurück und gerade wenn ich mit der Steirischen spiele, denke ich oft an ihn und dass er sich vielleicht sogar freut, dass ich spiele. Und wisst ihr was noch das Tolle an der Sache ist? Meine Tochter teilt schon dieselbe Freude mit mir zu dem Instrument wie ich.






Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen